Umweltagenturen und die Weltgesundheitsorgani-sation warnten bereits vor Jahren davor, die besondere Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Umweltbelastungen zu unterschätzten.
Frühe Untersuchungen belegten das erhöhte Risiko von Leukämie bei dauerhaftem Einfluss von Magnetfeldern, z.B. durch die Hausstromversorgung, Transformatoren in Haushaltsgeräten oder in der Nähe von Hochspannungsleitungen.
Nicht anders bei Einwirkung von Hochfrequenz: Wer mit 8 Jahren anfängt, mobil zu telefonieren, hat seinen Kopf im Alter von vierzig, fünfzig Jahren einer noch nie dagewesenen Strahlenbelastung ausgesetzt. In Anbetracht langer Latenz-
zeiten für schwere Erkrankungen lassen die bisher durchgeführten Studien keine Rückschlüsse auf das wahre Risiko zu.Die Effekte addieren sich: Kinder und Jugendliche sind durch die Vielzahl elektromagnetischer „Quellen" in ihrem Umfeld besonders belastet.
Diese Entwicklung beginnt bereits vor der Geburt: In einer sehr umfangreichen Untersuchung wurden Mütter von 13.159 Kindern in Dänemark befragt, die ihre Kinder in den späten Neunzigerjahren geboren hatten, in welchem Umfang sie während der Schwangerschaft Mobiltelefone benutzt hatten und weiter-hin, welches Verhalten die Kinder bis zum Alter von sieben Jahren gezeigt hätten.
Sie fanden, dass die Mobiltelefone benutzenden Mütter mit einer um 54% erhöhten Wahrscheinlichkeit Kinder mit Verhaltensproblemen hatten. Wenn die Kinder später ebenfalls das Mobiltelefon benutzten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie unter Verhaltensschwierigkeiten litten, sogar um 80% erhöht. Um 25% stieg das Risiko emotionaler Störungen, um 34% dasjenige von Beziehungsproblemen unter Gleichaltrigen, um 35% das Risiko von Hyperaktivität und um 49% dasjenige von Verhaltensauffälligkeiten.
Aus Russland, wo solche und ähnliche Wirkungen von Strahlung bereits vor Jahrzehnten untersucht wurden, stammt die jüngste Warnung vom Komitee zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, dass die Mobiltelefonbenutzung durch Schwangere und Kinder „begrenzt" werden sollte. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Kinder, die mit dem Handy telefonieren, kurzfristig vermehrt an „Gedächtnisstörungen, verminderter Aufmerksamkeit, verringerter Lern- und Wahrnehmungsfähigkeit und erhöhter Reizbarkeit" leiden, und dass die langfristigen Auswirkungen „Depressivität" und „Degeneration der Nervenstrukturen im Gehirn" einschließen.
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